Kata im Shotokan Karate

Kata ist neben Kihon und Kumite eine der drei Säulen des Karate und bedeutet soviel wie Form, Modell, Standard.

Kata ist rein äußerlich gesehen eine festgelegte Abfolge (Enbusem) von Techniken zur Abwehr und Gegenangriff. Man kämpft gegen einen imaginären Gegner.

Kata enthält die Erfahrungen der alten Meister unserer Kampfkunst. Richtig geübte Kata hat jedoch neben dem kämpferischen Wert auch einen psychologischen und sogar philosophischen Sinn und verbessert die Gesundheit. Nach Ansicht von Shoshin Nagamine sollte die Kata im Zentrum des Karate-Trainings stehen. Ursprünglich wurde nur Kata und Bunkai geübt. Erst später folgte Kihon.
Mehr zum Thema Kihon und Bunkai.

Namen der Kata

Die Heian und Tekki Kata sind so angeordnet, dass die Namen der Kata ihren Schwierigkeitsgrad anzeigen. Heian Shodan ist die erste Stufe, Heian Nidan ist die zweite Stufe usw.

Heian (Okinawa: Pinan) ist kurz für Heiwa-Antei und bedeutet "Frieden", "Ruhe" oder "Friedvoller Geist". Der Schöpfer dieser Grundkata war Yasutsune ltosu. Alle Heian-Kata beginnen und enden mit Uke, welches Demut ausdrücken soll und werden dem Shorin zugeordnet.
Sie stellen die Grundlage für das weitere Studium des Karate dar und wurden nachträglich von Meister Itosu aus den höheren Kata (z.B Kanku Dai) entwickelt, um die Stellungen, Schrittbewegungen und Prinzipien über den Einsatz von Händen und Füßen zu erlernen. (Dauer: ca. 40 Sekunden)

Bassai und Kanku Kata bestehen aus Paaren - jeweils mit Dai (=groß) und Sho (=klein) als Nachsilbe. Die Sho Kata ist die fortgeschrittenere der Beiden und darf erst für die Prüfung zum 3. Dan gewählt werden, wogegen die Dai Kata bereits Bestandteil der Prüfung zum 2. Kyu ist.
Beim Gojushiho Paar ist es genau umgekehrt.

Die Namen der Kata wurden von G. Funakoshi vom Okinawa-Dialekt in die japanische Aussprache übersetzt. Die japanischen Namen für Wankan, Sochin, Gojushiho und Jiin wurden nicht angenommen, sondern es werden weiterhin die chinesischen Namen verwendet. Diese Umbenennung geschah, nachdem G. Funakoshi von Okinawa nach Tokio (Japan) gegangen war, um Karate-Do über die Insel Okinawa hinaus bekannt zu machen. In anderen Stilrichtungen werden weiterhin die "Original-Namen" verwendet z.B. "Pinan" anstelle von "Heian".

Quellen-Vermerk

  • Animationen: von Blue Flower oder vom club-yama-karate
  • Vorlagen: "27 Shotokan Katas", Albrecht Pflüger, ISBN 3-8068-0859-7, Falken-Verlag
  • Anpassungen der Kata: DKV-Zeitung
  • Bunkai: Mitschriften von Lehrgängen
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